Heute besichtigen wir die Josefstadt, das ehemalige jüdische Viertel im Norden der Altstadt mit schönen Altbauten und mehreren jüdischen Einrichtungen, von denen die meisten ihre ursprüngliche Funktion verloren haben und heute Teil des Jüdischen Museums sind.
Wir haben eigentlich wenig Lust, die Gebäude von innen zu besichtigen und spazieren durch die Straßen auf der Suche nach dem alten jüdischen Friedhof, den wir uns unbedingt anschauen möchten.
Dabei kommen wir am Kafka-Denkmal vorbei, das seine Lebenseinstellung wohl nicht besser treffen könnte. Kafka ist einer der bekanntesten Söhne der Stadt und überall scheint es irgendwas zu geben, das mit ihm zu tun hat.
Schließlich finden wir den Eingang zum alten jüdischen Friedhof. Uns war klar, dass die Besichtigung Eintritt kosten würde, nicht aber, dass er Teil des Jüdischen Museums ist und somit das doch recht teure Kombiticket für mehrere Sehenswürdigkeiten gelöst werden muss.

Der alte jüdische Friedhof
Wir entscheiden uns für den Kauf, betreten den Friedhof und sind erstaunt, wieviele Grabsteine auf kleinstem Raum stehen. Hier wurde von der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis 1787 bestattet. Die leichten Hügel (erkennt man auf den Fotos nicht so gut) entstanden, als aus Platzmangel weitere Erdschichten aufgeschüttet wurden.
Der Friedhof wirkt etwas sehr chaotisch – die meisten Grabsteine stehen schief, einige sind umgekippt, zur Hälfte eingegraben oder sogar kaputt. Aber irgendwie ist genau das auch super interessant.
Da wir ja nun das Kombiticket haben, laufen wir teilweise wieder zurück und schauen uns die Museen, die zum Ticket gehören, doch noch an. Wirklich lohnenswert fand ich die meisten aber nicht, denn den recht altmodischen und eher langweiligen Sammlungen fehlen oft Erklärungen.
Schön fand ich aber die Pinkas-Synagoge, die in eine Gedenkstätte für die jüdischen Bürger der Tschechoslowakei umgewandelt wurde, die während des Zweiten Weltkrieges umgekommen sind. Es ist schon eindrucksvoll und bedrückend, dass alle Wände komplett mit Namen zugeschrieben sind.
Schade ist auch, dass man außer auf dem Friedhof (kostet extra) in den Gebäuden nicht fotografieren durfte. In der Jubiläumssynagoge am Vortag war das absolut kein Problem – dort hat es mir auch deshalb besser gefallen, weil nicht alles so kommerziell ist.
Nach der etwas anstrengenden Museumstour laufen wir zum Altstädter Ring, einem großem Platz, der das Zentrum der Altstadt bildet, schauen uns ein bisschen um und füllen unsere hungrigen Mägen.





am 13. Juni 2009
um 19:39 Uhr
Danke für die Postkarte
Ricarda ist ganz neidisch
am 13. Juni 2009
um 20:59 Uhr
Bäh…
am 14. Juni 2009
um 22:22 Uhr
Ricarda, nächstes mal gibt es wieder eine für dich.
am 15. Juni 2009
um 13:40 Uhr
Ja, die Sache mit den Kombi-Tickets… Irgendwie versucht man dadurch, weniger interssante Ausstellungen ins Rampenlicht zu schieben. Andererseits bekommt man so auch etwas mehr mit. Sei’s drum.
Ein interessanter Bericht. Bin gespannt, was noch folgt…
Grüße!
am 22. Juni 2009
um 21:47 Uhr
[…] neuen jüdischen Friedhof, der im Osten der Stadt in einem Wohngebiet liegt. Nachdem uns der alte jüdische Friedhof so fasziniert hat, möchten wir uns auch den modernen anschauen, der eingerichtet wurde, […]